Geboren: 28.September 1933
Gestorben: Sie wurde im Konzentrationslager Sobibor am 18. Mai 1943 eingeliefert und
getötet.
Vater: Walter Valk (Textileinzelhändler)
Mutter: Erna Valk geb.Stern

Leni Valk
Leni Valk erblickte das Licht der Welt in der nationalsozialistischen Zeit. Wie man sich sicherlich vorstellen kann, hatte sie als jüdisches Kind sehr darunter zu leiden. Im folgenden Text wird ihr kurzes Leben dargestellt.
Mit vier Jahren wurde sie wegen ihres jüdischen Glaubens in den Gocher Kindergarten nicht aufgenommen.
In der Reichskristsallnacht (9. November 1938) wurde Lenis Vater verhaftet. Er ist in das Konzentrationslager Dachau transportiert worden. Ihre Mutter schickte sie genau einen Monat danach zu ihren Verwandten nach Leeuwarden (Niederlande).
Für Leni bedeutete das eine scheinbar sichere Kindheit. Jedoch für ihre Eltern und für sie selbst bedeutete dies auch, dass sie nicht zusammen leben konnten. Von dort an konnten sie sich nur noch mit Briefen verständigen. Leni ging in Leeuwarden zur Schule. Nach einigen Monaten kehrte der Vater im Februar 1939 nach Goch zurück. Als die Wehrmacht am 10.Mai 1940 in die Niederlande einmaschierte, verschlechterte sich auch dort die Situation der Juden. Lenis Eltern wurden am 10 Dez. 1941 verhaftet und in ein Konzentrationslager gebracht. Sie konnten 1945 aus dem Konzentrationslager entkommen und kehrten nach Goch zurück. Sie versuchten Kontakt mit Leni aufzunehmen und erfuhren am 14. Januar 1947 durch Vermittlung des in London lebenden Bruders von Frau Valk, dass ihr Kind im Konzentrationslager Sobibor getötet worden war.
Wieso eigentlich Leni-Valk- Realschule" ?
Zunächst hieß unsere Schule mal Städtische Realschule für Jungen und Mädchen", 1979 dann Leni-Valk- Realschule". Nachdem der damalige Gocher Rat die Umnennung der Schule beschlossen hatte, wurde an Lenis Geburtstag, dem 28. September 1979 während einer Feierstunde eine Gedenktafel mit der Aufschrift Leni-valk Realschule" enthüllt, die heute den Haupteingang unserer Schule schmückt. Für Lenis Mutter, Erna Valk, war dieser Tag von ganz besonderer Bedeutung. Sie hofft, dass damit in Zukunft Schülerinnen und Schüler an das Schicksal eines jüdischen Mädchens erinnert werden, das 1938 im Alter von fünf Jahren seine Heimatstadt Goch verlassen musste, weil es dort keine öffentliches Einrichtungen besuchen durfte. In zwei Briefen an alle Lehrenden und Lernenden der Leni-Valk Realschule drückt sie ihre große Dankbarkeit und ihre Hoffung aus...
Der Name der Schule als Mahnung
Warum heißt unsere Schule Leni -Valk Realschule Goch?"- Das fragen sich heute so viele junge Gocher Bürger, die nichts von Lenis Geschichte wissen .
Leni hat in ihrem kurzen Leben erfahren , was es bedeutet , nicht spielen, nicht lernen und nicht frei leben zu dürfen. Die Nationalsozialisten nahmen ihr auch das Recht zu leben. Und dies alles nur, weil sie einer Minderheit angehörte. Auch heute gibt es noch Minderheiten, die genau wie früher unterdrückt werden. Das fängt schon in der Schule an: man muß nur anders aussehen, anders sprechen, sich anders verhalten, woanders herkommen und schon wird man mit Worten und Taten ausgeschlossen.
Alles was von der Norm abweicht, wird nicht toleriert.
Lernen wir also gemeinsam Menschen mit anderer Meinung, anderen Glaubens oder anderer Nationalität bewußt anzunehmen und sie nicht zu diskriminieren! Diesen Auftrag wollen wir in Lenis Namen erfüllen.
Ausführlichere Informationen zum